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  Sommer, Sonne, Hitze

August            in Birgits Büchergarten -  Urlaubsort - Entspannungsoase - Blumenparadies      

                 

Mein dritter August in Birgits Büchergarten, der zweite im neugestalteten. Die Blüten strahlen morgens wundervoll, geraten in der Mittagshitze aber

                  

zunehmend unter Stress. Ich gieße und hacke zwar hingebungsvoll - aber ...... R E G E N ist halt Himmelsgabe und der will einfach nichts spendieren. Statt- dessen hatten wir einen kurzen, harten Sturm, der meine leere Regentonne quer durch den Garten sausen ließ - allerdings brav auf dem Kiesweg entlang, so dass kein Schaden entstand. Viele Wurzelballen musste ich wieder festtreten und manche hochgewachsenen Zinnien anbinden. Die Geranien hatte ich blitzschnell auf den Boden der Veranda gerettet und alle Gartenmöbel gesichert - da war´s auch schon wieder vorbei. Am Himmel dunkle Wolken und ein Regenbogen. Im Regenmesser: 1 Liter.

Trotzdem gibt es immer was zu ernten. Zucchini sowieso. Mein zweiter Versuch mit Schokokuchen gelang schon sehr viel besser. Aber auch Rote Bete, Paprika, Lauch, Möhren und Kartoffeln sammle ich ein für die Küche. Bohnen ernte ich fast täglich ein paar. Die ranken an der Pergola empor nebst Duftwicke und Prunkwinde. Viele Einjährige setzen inzwischen Samen an und die Ringelblumen, die strahlend gelben Sonnen, sind müde und bekommen Mehltau. Neben der Hitze ist es vor allem der ständige Wind, der zusätzlich austrocknet. Ach Himmel, schick Regen! Am Spalier reift nach wie vor eine inzwischen wundervoll pralle und sprichwörtlich pfirsichfarbene Frucht und von den roten Weintrauben hab ich schon probiert. Gar nicht schlecht!  Die Vögel haben meine Brombeeren entdeckt - aber ich teile gern.

     

Weiterhin bekomme ich viel Besuch von Insekten, die bei mir eine leckere Kleinigkeit schmausen. Die Prunkwinde leuchtet immer noch an der Pergola neben der Clematis Princess Kate. "Herr, dieser Sommer war sehr groß!"

                 

Clematis Princess Kate            Prunkwinde                      von 7.30 bis ca. 10.30, dann machen sie die Augen zu ...

        

Der Garten - Ein Ort im Inneren, wie im Äußeren

Alles fing an mit dem Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es Kirschen und Äpfel, lila Flieder, der herrlich duftete, und jede Menge Blumenrabatten. Die Bauerngärten meiner Großmütter zeigten mir den vorwiegend nützlichen Aspekt. Da gab es vor allem Gemüse. Die Erbsenschoten palte ich genüsslich auf dem Deich aus, wo die Grashüpfer zirpten und die Frösche quakten. Damals gab es in den Wiesen noch unzählige Froschkinder und dementsprechend auch viel mehr Störche.

Heute verbindet mich der Garten mit der Natur. Er ist ein Ort, wo ich sie mitgestalte; wo ich auswähle, was wachsen und blühen soll. Der Garten fordert mich heraus, drängt nach Gestaltung und ist für mich ein Gleichnis für andere Bereiche meines Lebens, zum Beispiel mein Denken. Was mich stört, rupfe ich aus. Was mich freut, pflege ich.

Im Sommer 2016 habe ich meinen Garten in Lochau mit einem Gärtner neu gestaltet. Es sollte der Rasen sich in Wege, Plätze und Beete wandeln. Die Beerensträucher, die am Rand wuchsen bauten wir weiter innen wieder ein und schufen so außen Platz für Sträucher wie Weigelie, Kolkwitzie und ihre vielen blühenden Kollegen. Im ersten Jahr habe ich mit einjährigen Blumen wie Cosmos, Bechermalven, Löwenmäulchen und Zinnien ein Blütenmeer gezaubert. Die haben meine frisch umgepflanzten Rosen allerdings fast verdeckt. Im zweiten Sommer (2018) werde ich damit etwas sparsamer umgehen, damit sich die Rosen besser entfalten können. So bietet mein Garten jedes Jahr ein neues Bild, neue Herausforderungen und Freuden. 

Wieder beherzige ich für Aussaat und Pflanzzeit die Ratschläge von Maria Thun. Mein Lieblingsgerät, die Durchziehhacke kommt zum Einsatz, sobald nach Regenfall der Boden abgetrocknet ist. Sie verschließt die Kapillaren im Boden, durch die sonst das darin enthaltene Wasser verdunsten würde, ohne den Pflanzen zu nützen.  Außerdem bleibt die Erde auf diese Weise locker und bietet dem Unkraut nicht so viele Möglichkeiten zum Einwurzeln.

Wege in geschwungenen Linien führen zu Plätzen, die zum Verweilen, Nachdenken und Lesen einladen. Möge die äußere ästhetische Form bei Besuchern und Betrachtenden innere Prozesse anstoßen und sie zu kreativem Ausdruck ver-führen. 

Es blüht und fruchtet wieder ... überall ...

    


                       

Und dann setz ich mich mittenrein und schaue und lese und freue mich. Vielleicht habt ihr ja Lust mich zu besuchen. Bringt einfach euer Buch mit oder leiht euch eins aus meiner stattlichen Bibliothek ...