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Januar - Winterruhe im Garten. Mal Sturm, mal Regen, mal Schnee. Meisen, Spatzen, Amseln, Dompfaffe und ein Buntspecht kommen fleißig an die Futterstellen ... Leider sind sie ziemlich kamerascheu, so dass ich nur die Meisen erwischen konnte.            

                         

                    Der Garten - Ein Ort im Inneren, wie im Äußeren.

Alles fing an mit dem Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es Kirschen und Äpfel, lila Flieder, der herrlich duftete, und jede Menge Blumenrabatten. Die Bauerngärten meiner Großmütter zeigten mir den vorwiegend nützlichen Aspekt. Da gab es vor allem Gemüse. Die Erbsenschoten palte ich genüsslich auf dem Deich aus, wo die Grashüpfer zirpten und die Frösche quakten. Damals gab es in den Wiesen noch unzählige Froschkinder und dementsprechend auch viel mehr Störche.

Heute verbindet mich der Garten mit der Natur. Er ist ein Ort, wo ich sie mitgestalte; wo ich auswähle, was wachsen und blühen soll. Der Garten fordert mich heraus, drängt nach Gestaltung und ist für mich ein Gleichnis für andere Bereiche meines Lebens, zum Beispiel mein Denken. Was mich stört, rupfe ich aus. Was mich freut, pflege ich.

Im Sommer 2016 habe ich meinen Garten in Lochau mit einem Gärtner neu gestaltet. Es sollte der Rasen sich in Wege, Plätze und Beete wandeln. Die Beerensträucher, die am Rand wuchsen bauten wir weiter innen wieder ein und schufen so außen Platz für Sträucher wie Weigelie, Kolkwitzie und ihre vielen blühenden Kollegen. Die Feingestaltung mit Stauden muss noch etwas warten. Erst will ich dem Unkraut im Boden zu Leibe rücken. Da steh ich dazu, dass für mich nicht alles "Wildkräuter" sind ;-) Im ersten Jahr blühen also viele Einjährige wie Cosmeen, Ringelblumen, Zinnien, Tagetes und Sonnenblumen. Gemüse und Kräuter kommen in meine Hochbeete.

 

     

Wege in geschwungenen Linien, Plätze, die zum Verweilen, Nachdenken und Lesen einladen, sind nun fertig. Möge die äußere ästhetische Form bei Besuchern und Betrachtenden innere Prozesse anstoßen und sie zu kreativem Ausdruck ver-führen. 

Die spannende erste Pflanzzeit für Blütenpflanzen (laut Aussaatkalender, Maria Thun) ist geschafft und hat sich als günstig erwiesen. Die letzten Regengüsse waren ergiebig. Alles wächst kräftig. Mein Lieblingsgerät, die Durchziehhacke kommt zum Einsatz, sobald der Boden abgetrocknet ist. Sie verschließt die Kapillaren im Boden, durch die sonst das darin enthaltene Wasser verdunsten würde, ohne den Pflanzen zu nützen.  Außerdem bleibt die Erde auf diese Weise locker und bietet dem Unkraut nicht so viele Möglichkeiten zum Einwurzeln.

 

    

 

Immer wieder blüht ein anderer Strauch in Birgits Büchergarten und die Rosen treiben herrliche Blüten. Die Tomaten haben knubbelig grüne Früchte angesetzt. Die Zucchini fordert zu immer neuen Rezepten heraus und Salat, Beeren und Kräuter haben schon den Weg in die Küche und den Magen gefunden. Im Keller stehen Fruchtsirup und Konfitüren bereit. Die neue Treppenrose hat schon geblüht und bewiesen, dass sie duften kann. An der Pergola duftet es auch. Da klimmen Duftwicken und leuchtet die Prunkwinde. Zwei wunderschöne Clematis leben sich da ein und zeigen schon Blüten. Über hundertfünfzig selbstgezogene Pflänzchen sind in den Beeten herangewachsen. Cosmeen und Löwenmäulchen, Zinnien und Bechermalven haben angefangen zu blühen. Fotografieren und Garten sind grade meine kreativen Hauptschwerpunkte. 

                       

                  
Aber das Lesen kommt auch nicht zu kurz. Je nach Lust auf Sonne oder Schatten, zum Schmökern gibt es gemütliche Ecken.